Stand: Mon Aug 21 21:41:15 CEST 2017

Stellungnahme zur den Vorwürfen von Robin Wood vom 10.4.08

Die Papier Union führt eines der umfangreichsten Sortimente umweltfreundlicher Papiere auf dem deutschen Markt: Papiere auf Basis von Frischfasern mit FSC®- oder PEFC-Zertifikat ebenso wie Recycling-Papiere.


Seit einigen Jahren begleiten wir die Fa. APRIL als kritischer Kunde. Einen Papierbezug von anderen indonesichen Herstellern hat die Papier Union dagegen bewusst abgelehnt. Denn nur bei APRIL bestand und besteht die Möglichkeit, unseren Einfluss im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung seiner Umweltstandards und einer Nachhaltigkeit der Holzbewirtschaftung geltend zu machen. Vieles wurde durch einen beharrlichen und durchaus auch konfliktträchtigen Dialog erreicht:


- Die komplette Holzversorgung APRILs ist durch unabhängige Drittinstanzen (SGS Société Générale de Surveillance) zertifiziert. Das Holz stammt ganz überwiegend aus eigenen Wäldern bzw. Plantagen und nur zu geringen Anteilen von einigen ausgesuchten Drittunternehmen. Die Verwendung von Holz aus illegalen Quellen ist bei APRIL nachweislich weitestgehend ausgeschlossen.


- Seit 2006 ist APRIL (bzw. die operative Konzerntochter RAPP) als einziger Forstbetrieb Indonesiens gem. LEI (Lembaga Ekolabel Indonesia, www.lei.or.id) zertifiziert. Dieser Standard ist inhaltlich weitestgehend an den FSC® (Forest Stewardship Council®) Standard, das von den Umweltgruppen favorisierte Waldzertifizierungssystem, angelehnt. Beide Systeme haben ihre enge Zusammenarbeit bei weitestgehender Anerkennung der gegenseitigen Standards vereinbart. Eine Zertifizierung durch den FSC® war für April jedoch nicht möglich. Die Organisation schließt Plantagen, die nach 1994 (dem Gründungsjahr des FSC®) angelegt wurden, bislang grundsätzlich von der Zertifizierung aus.


- Derzeit unterzieht sich APRIL einem Audit nach den Richtlinien des FSC® Controlled Wood Standards. Damit soll vor allem sicher gestellt werden, dass kein Holz aus illegalen Quellen und/oder unter Verletzung der Rechte indigener Bevölkerungsteile verwendet wird. Auch ein Bezug aus sog. High Conservation Value Forests (HCVF), also aus wegen ihrer Artenvielfalt besonders schützenswerten Waldgebieten, soll weitestgehend ausgeschlossen werden. An diesem Audit-Prozess sind namhafte Umweltorganisationen beteiligt. Es bestehen nach derzeitigem Stand gute Aussichten, dass APRIL dieses Audit mit positivem Ergebnis abschließen und die hohen FSC® Standards erfüllen wird.


- APRIL forstet jährlich ca. 35.000 bis 50.000 Hektar Plantagenwaldfläche neu auf. Damit leistet das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Wiederbewaldung Sumatras und zu einer positiveren CO2 Bilanz. In den Konzessionsgebieten APRILs werden zwischen 25 und 35 % der Gesamtfläche als geschützte HCVF Areale von der wirtschaftlichen Nutzung ausgenommen und für die Arterhaltung von Flora und Fauna verfügbar gemacht.


- APRILs Forst- und Plantagenaktivitäten basieren auf rechtswirksamen Konzessionen der Zentralregierung in Jakarta. Sie beziehen sich auf solche Waldflächen, die durch (illegale) Einschlagaktivitäten Dritter bereits erheblich degradiert waren. Eine ministerielle Verordnung aus dem Jahr 2007 hat die Gültigkeit der Konzessionen noch einmal bekräftigt. Gleichzeitig fordert das zuständige Forstministerium April dazu auf, die Wiederaufforstung zu beschleunigen und die Rodungen auf Basis der Planungen möglichst bis 2009 abzuschließen. Von einem grundsätzlich illegalen oder gar kriminellen Verhalten APRILs (wie immer wieder von einigen Umweltorganisationen behauptet) kann nicht die Rede sein.


- APRIL betreibt in Kerinci (Provinz Riau, Sumatra) eine der modernsten Zellstoff- und Papierfabriken der Welt. Das Umweltmanagement in diesem Werk erfolgt gemäß ISO 14001. Sämtliche einschlägigen Emissionsgrenzwerte, insb. auch die europäischen und amerikanischen Standards, werden deutlich unterschritten.


- Dieses Werkt sichert rund 100.000 Familien direkt und indirekt den Lebensunterhalt. Ihm kommt somit in der extrem schwachen Infrastruktur des Landes herausragende Bedeutung zu.


Neben April erwähnt Robin Wood auch APP, einen anderen Hersteller der Region. Wie eingangs ausgeführt, arbeitet die Papier Union bewusst nicht mit APP zusammen. Wie den öffentlich zugänglichen Dokumenten des WWF (z.B. auf seiner Homepage) zu entnehmen ist, unterscheidet auch der WWF zwischen APRIL und APP.


So stellt der WWF dort fest: „Die Gespräche des WWF mit APRIL führten zur Zusage, ab 2009 kein Holz mehr aus natürlichen Wäldern und ab sofort kein Holz aus besonders schützenswerten Wäldern mehr zu beziehen. Ein Erfolg, ...“


Auch das unter Federführung des WWF gestartete Tesso Nilo Projekt wäre ohne die Unterstützung seitens APRIL kaum realisierbar gewesen. April hat in diesem Gebiet auf gültige Einschlagkonzessionen im großen Rahmen verzichtet.


Zusammenfassung


Die Papier Union sieht sich nach alledem in ihrer Auffassung bestärkt, an der kritischen Zusammenarbeit mit APRIL festzuhalten. Als großer Kunde kann sie ihren Einfluss nutzen, damit sich APRIL weiter in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt. Wir beziehen ausschließlich Papiere von APRIL, die auf der Basis von Akazien-Plantagenzellstoff hergestellt werden. Insbesondere die Fabrikmarken Paper One und Perfekt Print lassen wir regelmäßig durch unabhängige Labors in Deutschland überprüfen. Diese bestätigen: Es kommt kein Holz aus Urwäldern oder HVCF Wäldern für diese Papiere zum Einsatz. Jeder Kunde kann zudem – z. B. an der Verpackung – erkennen, dass es sich um ein Papier von APRIL aus Indonesien handelt. Auch stellen wir jederzeit Informationen über das Papier und seinen Hersteller zur Verfügung. Kurz – wir kommunizieren ganz offen in dieser Sache und sehen keinen Grund zu Verheimlichungen.


Eine differenzierte Betrachtungsweise APRILs ist geboten. Keinesfalls wollen und werden wir die Missstände auf Sumatra leugnen oder beschönigen. Auch APRIL war an mancher der inzwischen möglicherweise als Fehlentwicklungen zu bewertenden Entwicklungen beteiligt. Durch den immer wieder geforderten Boykott APRILs wird auf Sumatra aber kein Baum weniger gefällt. Wichtiger noch - es werden keine Bäume mehr angepflanzt. Die asiatischen Papiermärkte wachsen rasant und bilden bequeme Alternativmärkte. Auch für APRIL. Hier stieße das Unternehmen jedoch auf Abnehmer, die an Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten weitaus weniger oder gar nicht interessiert sind.


Thu Apr 17 00:00:00 CEST 2008