Willkommen beim Inapa Eco Indicator!

Einkäufer und Verbraucher treffen ihre Kaufentscheidungen heute zunehmend unter Umweltgesichtspunkten. Etwa anhand der Nachhaltigkeit des für die Papier- oder Zellstoffproduktion verwendete Holzfasermaterials oder anhand der Belastungen von Klima, Gewässern und Böden. 

Der Inapa Eco Index - Was ist das?

Inapa unterstützt diesen Trend und reagiert mit dem Inapa Eco Index auf den erweiterten Informationsbedarf seiner Kunden und Produktanwender. Sie finden ihn auf der Rückseite aller tecno®-Papiere Verpackungen und in Kürze auch zu unseren grafischen lona®-, arto®- und enviro®-Papieren. 

Seine Stärke:

Er bewertet nicht nur eine bestimmte Umwelteigenschaft des Produkts, etwa die Herkunft der Fasern oder die Menge der bei der Produktion entstehenden Treibhausgase. Vielmehr erfolgt eine ganzheitliche, kritische Bewertung der vier wichtigsten Umweltparameter nach so genannten BAT-Kriterien (Best Available Technologies) in der Zellstoff-/Papierproduktion und unter Berücksichtigung der heute realisierten Fabrikwerte unserer Papiere. 


Auf die Wiedergabe von Zahlenwerten wird bewusst verzichtet. Denn die sind für den Verbraucher überwiegend nur schwer oder gar nicht einzuordnen. Die verwendeten Punktdiagramme zeigen stattdessen auf den ersten Blick, ob das betreffende Papier in der jeweiligen Kategorie eine ausgezeichnete (5 Punkte) oder eine akzeptable, den Mindestanforderungen entsprechende Performance (1 Punkt) aufweist. 

Auch wird bewertet, welches Fasermaterial (Altpapier, Holzfaser) mit welchen Anteilen eingesetzt wurde.  

Schließlich informiert der Inapa Eco Indicator über Zertifizierungen des Papiers oder des Herstellers, z. B. nach dem FSC® Forest Stewardship Council (siehe www.fsc.org/en), wenn Holzfasermaterial aus FSC®-zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet wurde, oder nach PEFC Programme for the Endorsement of Forest Certificartion Schemes (siehe www.perfc.org), oder nach DIN EN ISO 14001 bzw. EMAS, wenn die Fabrik über ein Umweltmanagementsystem verfügt, das auf eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung abzielt.


Recycelte Fasern

Bei Papieren auf Altpapier-Basis (Recycling) unterscheidet der Indikator zwischen so genannter Pre-Consumer- (vor allem Produktionsabfälle) und Post-Consumer-Ware, d.h. Altpapier, das bereits in Gebrauch war (Haushalts-/Warenhausabfälle, Zeitungsverpackungen). Da die Wiederaufbereitung von Post-Consumer-Altpapier technisch wesentlich aufwändiger ist, aber eher dem Recyclinggedanken entspricht, wird ihre Verwendung höher bewertet als die Verwendung von Pre-Consumer-Ware.  

Das Umweltzeichen "Blauer Engel" UZ14a für grafische Druckpapiere schreibt die ausschließliche Verwendung von Post-Consumer-Qualitäten vor. Darüber hinaus dürfen bei der Herstellung keine optischen Aufheller verwendet werden und der maximal zulässige Weißgrad des Papiers ist auf 100% (ISO 2470) bzw. 135 CIE (DIN ISO 11475) begrenzt.

Recyclingpapiere mit höherer Weiße sind von der Vergabe mit dem Blauen Engel ausgeschlossen, da ihre Herstellung zwingend einen selektiveren Altpapiereinsatz höherer Klassen (zunehmend knapp) und/oder aufwändigere Reinigungsverfahren erfordert. Das sieht der Blaue Engel als mit der Grundidee des Recycling nicht vereinbar an. Der Index zeigt auch, ob und in welchem Umfang ausschließlich oder anteilig Post-Consumer- oder Pre-Consumer-Altpapier verwendet wurde.  


Frischfaser-Material

Wird das Papier aus Frischfaserzellstoff hergestellt, unterschiedet der Inapa Eco Indicator zwischen Holz aus kontrollierten oder zertifizierten Quellen. Eine Quelle gilt als kontrolliert, wenn unabhängige Kontrollbehörden sicherstellen, dass das Holz gemäß den gesetzlichen Anforderungen gefällt wurde oder beispielsweise nicht aus besonders schützenswerten Wäldern stammt und dies entlang der Produktionskette eindeutig nachvollzogen werden kann. 

Demgegenüber wird Holzfasermaterial aus zertifizierten Quellen höher bewertet. Denn es stammt aus Wäldern, die nach einem anerkannten und von unabhängigen Dritten überwachten Zertifizierungssystem ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Weiterverarbeitung des Holzes (zu Zellstoff/Papier) entlang der Produktionskette (sog. Chain of Custody) folgt strengen Regeln und wird regelmäßig kontrolliert. Die bekanntesten Zertifizierungssysteme sind FSC® und PEFC. 

Sowohl PEFC als auch FSC® kennen Mischformen, d.h. Endprodukte, für deren Herstellung anteilig Holz aus kontrollierten und zertifizierten Quellen verwendet wird. Der Inapa Eco Indicator zeigt die Anteile an. Wendet die Fabrik die sogenannte Credit-Methode an, gilt das Papier insgesamt als zertifiziert (5 Punkte). 


Kohlendioxid-Emissionen (CO2-Emissionen)

Grundlage der Bewertung sind die besonders klimaschädlichen CO2-Emissionen, die bei der Zellstoff- und Papierherstellung für das jeweilige Papier entstehen. Sie werden in kg CO2 pro Tonne Endprodukt gemessen. In der CO2-Produktbilanz werden sowohl die verbrauchte Primärenergie als auch die CO2-Werte für die aus dem öffentlichen Netz bezogene Energie/Strom berücksichtigt.

Fabriken mit ausgezeichneter Leistung erreichen Werte von weniger als 100 kg CO2 pro Tonne. Werte > 900 kg pro Tonne - insbesondere für nicht integrierte Papierfabriken - deuten bestenfalls auf eine mäßige Leistung hin.


CO2-Werte europäischer Papierfabriken

Kleiner Exkurs zur CO2-Berechnung in der Papierindustrie und den Unterschieden zwischen integrierten und nicht integrierten Papierfabriken

Die Berechnung des sogenannten Product Carbon Footprint (Kohlenstoff-Fußabdruck) ist gerade für Produkte mit komplexen Materialket-ten wie sie in der Papierindustrie vorherrschen herausfordernd. Zudem sind verschiedene Standards und Berechnungsmethoden im Gebrauch, auch wenn es heute mit dem Green-House-Gas-Protokoll (GHG) oder den ISO 45000ff international anerkannte Rahmenwerke gibt. Das erschwert den direkten Vergleich von Herstellerangaben. Viele Papierhersteller folgen bis heute den Empfehlungen des Verbands der Europäischen Feinpapierhersteller (vormals „CEPI“), den sog. „Ten Toes“. Die von Inapa beobachtete Praxis ist allerdings, dass auch bei Angaben gemäß CEPI Empfehlungen die meisten Hersteller nicht den kompletten Ten-Toes Kriterienkatalog einbeziehen. Sei es, weil Daten nicht verfügbar sind, sei es, weil der Hersteller sie bewusst ausschließt. Letzteres betrifft vor allem die durch Verarbeitung, Nutzung bzw. Lebensende des Produkts anfallenden Emissionen. Hier sind Kalkulationen auf Basis vollständiger Lebenszyklusanalysen z.B. gemäß GHG-Protokoll klar im Vorteil.

Warum sind die Unterschiede der CO2-Werte von reinen Papierfabriken und sog. integrierten Fabriken (mit Zellstoffherstellung) so groß?

Hauptsächlich deshalb, weil mit den bei der Zellstoffherstellung anfallenden Holz-Abfällen (Biofuel) in eigenen Kraft-Wärme-gekoppelten Anlagen „klimaneutrale“ Energie (Dampf, Strom) erzeugt wird, die sich in der Emissionsbilanz der integrierten Papierfabrik vorteilhaft niederschlägt. Diese Möglichkeit hat eine nicht integrierte Papierfabrik nicht.


Gewässerbelastung

Selbst die modernste Zellstoff-/Papierproduktion ist ohne den Einsatz von Chemikalien nicht denkbar. Besonders kritisch sind Restmengen an Chlor oder Chlorverbindungen in den Produktionsabwässern, da sie an der Bildung hochgiftiger Dioxine beteiligt sind.

Gemessen werden sie mit dem sogenannten AOX-Wert in kg pro Tonne Endprodukt. Werte unter 0,015 kg/Tonne gelten als Spitze, Werte über 0,135 als tolerierbare Obergrenze.


AOX-Werte europäischer Fabriken

Deponieabfälle

Da die verfügbaren Deponiekapazitäten immer knapper werden, ist die Vermeidung von Deponieabfällen auch in der Zellstoff-/ Papierproduktion von großer Bedeutung.

Papiere mit Werten bis zu 10 kg pro Tonne Endprodukt gelten in dieser Hinsicht als Spitzenreiter, Werte über 50 kg weisen auf Optimierungsbedarf hin.

Wichtiger Hinweis

Die Papierindustrie arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Umweltleistung, z. B. durch Erhöhung der Energieeffizienz, Verringerung des Wasserverbrauchs und Verbesserung der Abwasser-behandlung sowie durch den verstärkten Einsatz von CO2-neutralen Biofuels. Die technischen Werte sind daher ständigen Änderungen unterworfen und werden von den Werken fortlaufend aktualisiert. Um Sie immer auf dem Laufenden zu halten, stellt Ihnen unser Vertrieb auf Anfrage gerne kostenlos die aktuellen Eco-Indizes zur Verfügung.

Für Rückfragen steht Ihnen unser Umweltmanagement jederzeit gerne zur Verfügung

David Wischmann

Telefon +49 (0) 40 41175 144

Inapa Deutschland GmbH
Umwelt
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